FOH und IEM, wie verkabeln?

  • Hallihallo :)

    Wie ist denn die gängige Verkabelung beim Kemper (Power Rack), wenn man nicht nur den FOH sondern auch InEar bedienen will?

    Ich mache schon die ganze Zeit Gedankenspiele, wie ich den Kemper in mein Livesetting integrieren könnte, also meine(n) Marshall(s) durch eben Kemper ersetzen könnte. Gleichzeitig steht 2026 wohl InEar bei meiner Band an.

    Derzeitige Idee ist: Einerseits das Signal ans In Ear-System zu schicken, und sich zusätzlich fürs Feeling und den Feedbacksounds noch eine Box auf die Bühne zu stellen. Klar, auch der FOH braucht ein Signal.

    --> Schickt ihr über den Main Output das Signal an den FOH, der splittet das Signal und schickt es euch für den InEar Mix dann wieder zurück? Ich würde also den Main Output für den FOH aber auch fürs In Ear zur Verfügung haben, und die Speaker/Monitor/Direct Outputs für eine oder zwei Boxen verwenden können?!

    Und Zusatzfrage: Wer ist für das Splitten des Signals verantwortlich in der Regel, muss also die Hardware dafür haben? Ist das der FOH oder ist das die Band selber?

    --> Oder ist der Main Output für den FOH und ihr verwendet für das InEar den Monitor/Direct Output? Nur wie ist dann die Problemlösung wenn man zusätzlich noch Boxen haben will?

    LG

  • Normalerweise:

    FOH => Main normalerweise.

    In Ear => Wie von Dir beschrieben, wenn die Anderen der Band bei Dir auch drauf sollen. Ansonster der Kopfhörerausgang.

    Boxen => Bei Mono Monitor. Bei Stereo Direct Out dazu.

  • Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Deiner Fragestellung entnehme ich, dass ihr kein eigenes FOH Pult habt? Wenn dem so ist, wäre zu überlegen zusätzlich zum in ear auch ein digitales Pult anzuschaffen. Dann kann jeder von euch seinen eigenen Monitormix machen.

  • Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Deiner Fragestellung entnehme ich, dass ihr kein eigenes FOH Pult habt? Wenn dem so ist, wäre zu überlegen zusätzlich zum in ear auch ein digitales Pult anzuschaffen. Dann kann jeder von euch seinen eigenen Monitormix machen.

    Jepp. IMHO ist das die Lösung. Einen geeigneten Digitalmixer suchen und darüber gehen. Gucken, dass der WLAN kann oder einen Router dazu packen, damit jeder seinen Mix per Handy/Tablet einstellen kann. Wir haben seinerzeit bei uns den FOH selber per eigenem Tontechniker gemixt. Somit war alles mit einem X32 erschlagen.

    Boxen (für Feedback) schließt du die am einfachsten über den Kemper an. Ich hab die schnell weggelassen.

    Signalweg: erst in den IEM-Mixer (der stand auf der Bühne -> kurze Kabelwege), von dort aus nach Möglichkeit digital (ein Netzwerkkabel statt Multicore) zum FOH-Mixer.

    Keine Ahnung, ob Profis das anders machen. Für uns war das perfekt.

  • Gedankenspiele, wie ich den Kemper in mein Livesetting integrieren könnte, also meine(n) Marshall(s) durch eben Kemper ersetzen könnte. Gleichzeitig steht 2026 wohl InEar bei meiner Band an.

    Wichtigster Punkt zu klären: wie macht Ihr als Band In-Ear-Monitoring? Da gibt's verschiedene Szenarien, je nach Professionalitätsgrad und Budget.

    1. Im einfachsten Fall (typische Breitensport-Band) habt Ihr selbst einen Digital-Mixer mit genügend Output-Kanälen, dass Ihr ihn gleichzeitig als FOH- und als Monitormixer verwenden könnt. Jeder bekommt seinen eigenen Monitor-Mix, ggf. selbst per Tablet / Smartphone zusammengerührt.

    In dem Fall schickst Du Deinen Main Out vom Kemper ans Mischpult und bekommst Deinen eigenen Mix (mit "more me") zurück auf die Ohren. Oder alternativ bekommst Du vom Mischpult einen Mix ohne Kemper-Signal und mischst Dir den Sound dann vor Ort im Kemper und nutzt den Headphone-Out oder Monitor-Out fürs IEM.

    Meine Erfahrung: vergiss das mit der Box fürs "Feeling" - gewöhn Dich lieber konsequent ans Arbeiten mit IEM - das ist eh eine ordentliche Lernkurve; da braucht's nicht noch die Komplexität mit der zusätzlichen Box. Und Deine Mitstreiter und die Veranstalter werden Dich hassen, wenn Du nur fürs Feedback eine laute Box auf die IEM-Bühne stellst...

    Mit dem eigenen Mixer habt Ihr alles in der Hand, seid damit aber auch für FOH und Monitoring verantwortlich.

    2. Wenn Ihr öfters mit Haustechnikern / Festival-Techs für die FOH arbeitet, dann könnt Ihr Euch entweder denen und ihrem Mischpult anvertrauen, was den IEM-Sound angeht (aber das ist für mich zu viel Glücksspiel, außer Ihr arbeitet z.B. auf Tour über längere Zeit mit einem festen Tech/Team) oder Ihr trennt IEM und FOH konsequent. Einfachste Lösung dafür: eine Splitterbox, die alle Input-Signale parallel in Euren Monitor-Mixer und in die Stagebox für den Haustechniker schickt. Damit seid Ihr komplett unabhängig vom Haustech was das Monitoring angeht; Ihr mischt Euer IEM wie in Szenario 1 und der Haustech kümmert sich ausschließlich um die FOH.

    Auch da Kemper Main Out ins Pult und von da Monitor-Mix zurück an Dich (s.o.)

    Verantwortungsteilung ganz klar: Ihr als Band seid fürs Monitoring komplett eigenverantwortlich; der Haustech kümmert sich um FOH auf Basis der von Eurer Splitterbox gelieferten Signale.

    Natürlich kann man das auch anstatt per Splitterbox mit digitalen Snakes zum FOH lösen; das braucht aber kompatible Setups zwischen IEM-Mixing (Euer Equipment) und FOH-Mischpult (Haustechnik) - das kann ganz einfach gehen (Behringer -> Behringer) oder größere Kopfstände erfordern (DANTE-, MADI-Schnittstellenabstimmung); das macht nicht jeder Haustechniker mit.

    3. Ganz professionell (und für die wenigsten von uns relevant): eigener Monitor-Tech, der auf dediziertem Monitor-Mixer jedem mundgerecht das Monitorsignal zurecht mixt. Hat man sicherlich im professionellen Tourbetrieb; da hat man dann aber auch einen Profi dabei, der einen da kompetent beraten kann... Das ist eigentlich der einzige Fall, in dem man nicht selbst als Band fürs Abzweigen und Mischen des Monitor-Signals verantwortlich ist.

    Unsere Erfahrung: Wir sind eigentlich immer mit unserem eigenen 32-Kanal-Digitalmischer unterwegs, den wir auch selbst gut im Griff haben. Damit können wir den kleinen Club-Gig bzgl. FOH und IEM ordentlich selbst versorgen. Wenn's größer wird, liefern wir entweder einfach eine Stereosumme aus unserem Mixer ans Haus und mischen weiter selbst (wir haben eigene Techs, die per Tablet im Saal mixen) oder wir liefern per Splitterbox dem Haustech unsere Signale zum FOH Mischen. Dann ist unser eigener Mischer halt nur Monitor-Mixer.

    Unser Kemper wandert direkt per Main Out in unseren Mixer; der Monitor-Mix wird invididuell inklusive Kemper gemixt und ausgespielt; den Mix tunen wir kontinuierlich in unseren Proben, so dass es beim Gig keine großen Überraschungen gibt.

    Viel Erfolg beim IEM-Umstieg!